Bundeskonferenz der Fan-Projekte in Dresden

Die Koordinationsstelle Fan-Projekte hat vom 26. Mai bis zum 28 Mai die 12. Bundeskonferenz der Fan-Projekte in Dresden abgehalten. Von Seiten des IDIS nahm Herr Ronny Kauerhof teil. Hier seine Eindrücke:

Michael Gabriel begrüßte Vertreter von 35 Fußballfanprojekten zu der Veranstaltung mit dem Motto „1 Sozialarbeiter – 1000 Polizisten. Was kann Fansozialarbeit bewirken?“.

Passend zum Tagungsort Dresden wurde die schwierige Situation der Fanprojekte im Freistaat Sachsen in Aue, Chemnitz, Dresden, Leipzig und Zwickau diskutiert. Arbeitsbedingungen und den Perspektiven der Projekte wurden von den Vertretern vorgestellt und die Zusammenarbeit mit den Kommunen beleuchtet.

 

Moderator der Bundeskonferenz 2008 in Dresden: Michael Gabriel

Die generell sehr angespannte Situation rund um Fußballspiele insbesondere in Dresden und Leipzig findet immer wieder große Resonanz in der bundesweiten Presse. Risikospiele finden oftmals unter einem enormen Polizeiaufgebot mit bis zu 1000 eingesetzten Beamten statt. Das Land Sachsen hat jedoch gerade beschlossen, ab der Saison 2008/2009 die Arbeit der Fan-Projekte gezielt und kontinuierlich zu fördern.

Michael Gabriel und Volker Goll von der Koordinationstelle Fan-Projekte

Mit der Verschlechterung des Verhältnisses zwischen Fans und Polizei und die mögliche Rolle der Fanprojekte innerhalb dieser Konstellation beschäftigten sich die Teilnehmer der Konferenz am zweiten Tag. Experten der Polizei, Vertreter der Fan-Projekte und aus der Fanszene diskutierten den momentanen Stand und trugen ihre Wünsche und Ängste in einem von Prof. Dr. Gunter A. Pilz, Universität Hannover, moderierten Workshop vor. In einem weiteren Workshop wurde mit den U-18 Fahrten und anderen neuen Ideen Möglichkeiten der Gewaltprävention im Jugendbereich vorgestellt.

Am dritten Tag wurde den Fanbetreuern in einem Workshop die Supervision als Mittel nahegelegt, um sich in stressigen Projektphasen einen Rückzugs- und Anlaufpunkt zu schaffen.

Abschließend wurde den Fanprojekten  die Wirkungsstätte der KOS während der Fußball EM in Österreich und der Schweiz vorgestellt und die betreuungs-unterstützenden Maßnahmen der Uefa eingeschätzt. Weiterhin wurden die Spielorte der EM anhand von Fotos den Fanbetreuern nahe gebracht, die Polizeitaktik an der Grenze angesprochen und die Problematik des Kartenumtauschs und der Kartenumschreibung noch einmal beleuchtet.     

 

Fazit der Bundeskonferenz:

 

Fanbetreuung ist ein wichtiger Bestandteil der Kommunikation zwischen Fans und Vereinen sowie der Polizei, welche das Miteinander erleichert. Gleichzeitig ist die finanzielle Ausstattung der Fan-Projekte zu gering. Dies hat auch die DFL erkannt und Gesprächsbereitschaft signalisiert. "Es ist noch nicht alles Gold, was glänzt", sagte DFL- Geschäftsführer Holger Hieronymus und bekräftigte sogleich den Willen des Ligaverbandes, sich an einer besseren finanziellen Ausstattung der Fan-Projekte zu beteiligen."Wenn es darum geht, das förderungsfähige Volumen zu erhöhen, laufen sie bei uns offene Türen ein", sagte Hieronymus, der 1982 und 1983 mit dem HSV Deutscher Meister wurde.

 

Ronny Kauerhof

 

www.kos-fanprojekte.info

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